Vorsicht vor übermäßiger Individualisierung und „Auf-Knopfdruck"-Apps!

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Lucie Monnot

Content Marketing Manager

Alle träumen von Business-Software, die sich von heute auf morgen einführen lässt und von den Nutzern sofort angenommen wird, weil sie ihre Bedürfnisse perfekt erfüllt. Die Realität sieht oft ganz anders aus: Individualisierungswünsche und Integrationsbedarf verzögern Projekte und stehen manchmal im Widerspruch zu den erhofften Vorteilen. Ein unvermeidliches Schicksal?
 
„Vollständig konfigurierbar“ – das klingt im Produkttext einer Business-Software äußerst verlockend: Ist das nicht das Versprechen einer Software, die perfekt auf die Bedürfnisse des kaufinteressierten Unternehmens zugeschnitten ist? In Wirklichkeit verbergen sich hinter diesen zwei Worten mehrere Fallen, die die Inbetriebnahme eines neuen Tools erheblich verzögern, seinen Nutzen und seine Reichweite mindern und Sie in unlösbare Skalierungsprobleme treiben können. Hier sind drei Fragen, die Sie sich – und den von Ihnen befragten Anbietern – stellen sollten, um diese Klippen zu umgehen und das Maximum aus der Business-Software zu holen, mit der Sie Ihr Unternehmen ausstatten.

Inhaltsverzeichnis

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Konfigurierbar ja – aber durch wen?

Ab Mitte der 1980er-Jahre waren integrierte Softwaresysteme – insbesondere ERP-Systeme – eine Revolution für Unternehmen. Bis dahin war die einzige Möglichkeit zur Digitalisierung die Entwicklung von Individualsoftware – ein langer und kostspieliger Prozess, den sich nur die größten Unternehmen leisten konnten. Mit ERP-Systemen eröffnete sich die Möglichkeit, sich kostengünstiger durch Standardsoftware auszustatten, die lediglich konfiguriert werden musste. „Lediglich“ war eine Untertreibung: Zwar mussten keine Tausende von Codezeilen mehr geschrieben werden, um über ein funktionsfähiges Tool zu verfügen – aber die Konfiguration blieb dennoch Sache von Spezialisten, das heißt internen oder externen IT-Fachleuten, die das „Standard“-Tool an die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens anpassten. Ältere Kolleginnen und Kollegen erinnern sich noch an mindestens ein solches endloses ERP- oder CRM-Einführungsprojekt, dessen Konfiguration letztendlich Hunderte von Personentagen und Millionen von Euro (damals noch Franc) kostete.
Das ist vorbei! Seitdem hat sich das Softwareangebot:
  • diversifiziert und branchenspezifisch ausgerichtet, um die operativen Bedürfnisse der verschiedenen Geschäftsbereiche und Funktionen abzudecken (HR, Vertrieb, Logistik, Marketing, Finanz- und Rechnungswesen, Lieferung, Planung …);
  • standardisiert, insbesondere durch den Vertrieb im SaaS-Modell (Software-as-a-Service), das die Erwartung von einsatzbereiten Standardtools weckt, die nach Abschluss eines Abonnements sofort nutzbar sind.
Trotz dieser Entwicklungen ist die Einführung einer neuen Business-Software nie so einfach, wie man es gerne darstellt – nicht nur aus Change-Management-Gründen, sondern auch aus technischer Sicht. Wenn Konfiguration spezifische Entwicklungen ersetzt hat, muss man sich dennoch fragen, welche Kompetenzen dafür erforderlich sind: Muss man Spezialist der jeweiligen Software sein? Muss man Experte des betroffenen Fachbereichs und seiner Prozesse sein? Werden externe Berater benötigt? Kann der Fachbereich die Konfiguration der gewünschten Funktionen selbst vornehmen? Ist das wirklich für Nicht-Techniker machbar, oder muss die IT-Abteilung eingebunden werden?
 
> Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen direkt die Kosten und die Projektlaufzeit – und in einem zweiten Schritt die Fähigkeit des Unternehmens, die Lösung weiterzuentwickeln, wenn neue Anforderungen entstehen.

Anpassbar ja – aber bis zu welchem Grad?

Was in der Regel zur Anschaffung einer neuen Business-Software motiviert, ist der Wunsch, bestehende Prozesse zu modernisieren – ob bereits digitalisiert oder nicht – und die tägliche Aufgabenausführung effizienter zu gestalten. Angesichts der Konfigurationsmöglichkeiten moderner Software können viele Unternehmen der Versuchung nicht widerstehen, die Individualisierung so weit zu treiben, dass ein Tool entsteht, das exakt ihren Vorstellungen entspricht. Sie stürzen sich in vollständige Neukonfigurationen, Zusatzentwicklungen, Funktionserweiterungen, Oberflächenanpassungen und zahlreiche weitere zeitaufwendige Transformationen, die sie immer weiter von der Standardlösung entfernen.
 
Natürlich hat jedes Unternehmen seine kulturellen und organisatorischen Besonderheiten, und bestimmte Anpassungen sind unumgänglich – schon allein, weil das neue Tool in die bestehende Umgebung integriert und mit anderen Systemen verknüpft werden muss. Das kann mehr oder weniger komplex sein, ist aber unverzichtbar, wenn das neue Tool seinen Zweck erfüllen soll. Dennoch werden alle Projektleiter bestätigen, dass:
  • viele Individualisierungsanfragen von Endnutzern oder Management mehr oder weniger bewusst darauf abzielen, den früheren Zustand zu reproduzieren – einschließlich dessen, was nicht optimal war!
  • der Wille, von Anfang an alle erdenklichen Fälle und Situationen abzudecken, die Inbetriebnahme eines neuen Tools häufig verzögert, obwohl die Standardversion bereits 80 % oder 90 % der tatsächlichen Anwendungsfälle abdeckt.
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Das birgt Risiken: Das erste besteht darin, den ursprünglichen Grund aus den Augen zu verlieren, weshalb diese Lösung gewählt wurde – nämlich Prozesse zu modernisieren und zu rationalisieren sowie die internen Arbeitsweisen weiterzuentwickeln – gestützt auf die bewährten Verfahren, die der Anbieter auf Basis seiner Branchenkenntnis und der Erfahrung aus Hunderten oder Tausenden von Kundenunternehmen in seine Software integriert hat.
Das zweite Risiko besteht darin, die Software derart angepasst zu haben, sie so sehr zu einem Spezialwerkzeug gemacht zu haben, dass es sehr schwierig wird, von den regelmäßigen Updates des Anbieters zu profitieren – es sei denn, man wiederholt bei jeder neuen Version den Prozess der übermäßigen Individualisierung mit allen damit verbundenen Kosten und Verzögerungen. Ohne diesen Aufwand verzichtet das Unternehmen auf die funktionalen Erweiterungen und Verbesserungen der successiven Versionen. Es bleibt mit einem eingefrorenem, zunehmend unzulänglichem Tool zurück, das weder den Marktstandards noch den bewährten Verfahren der Branche noch den Erwartungen der Nutzer entspricht.
 
> Bevor Sie die Business-Software erwerben, die Sie interessiert, **fragen Sie sich, inwieweit deren Standardfunktionen den Anforderungen Ihrer Organisation und Ihrer Nutzer entsprechen**. Beschränken Sie Anpassungen auf das Unverzichtbare – und investieren Sie vor allem [von Beginn des Projekts an in Change Management](https://www.nomadia.com/ressources/blog/3-dimensions-cles-pour-une-conduite-du-changement-reussie-dans-le-field-service-management/): Indem Sie die Nutzer einbeziehen und ihnen vermitteln, was ihr zukünftiges Arbeitsmittel ihnen bringen wird, vermeiden Sie Blockaden, Ablehnung und überflüssige Individualisierungsanfragen.
 

Einfach zu bedienen ja – aber um welchen Preis?

In Bezug auf Oberfläche und User Experience haben uns öffentliche Web-Anwendungen Codes und Normen auferlegt, die Fachkräfte heute auch in ihren Business-Tools erwarten – insbesondere in mobilen Apps. In vielen Außendienstberufen ist der Endnutzer nicht dazu bestimmt, ein Softwareexperte zu werden. Er möchte schlicht einfache Tools, die seine täglichen operativen Bedürfnisse erfüllen, ohne stunden- oder tagelanges Einarbeiten zu erfordern. Die Aufgabe von UX Designern besteht genau darin, intuitive Anwendungen und Oberflächen zu schaffen, die den Endnutzer von der zugrunde liegenden technischen Komplexität abschirmen und ihn gleichzeitig zu einer optimalen Nutzung der verfügbaren Funktionen begleiten.
 
Vorsicht jedoch vor 100%igen „Auf-Knopfdruck“-Apps, deren verführerische Einfachheit mit funktionaler Armut, mangelnder Transparenz, fehlender Offenheit und letztlich geringem tatsächlichem Nutzen einhergehen kann. Mit anderen Worten: Geld, das umsonst ausgegeben wird …
 
> Stellen Sie sicher, dass die mobilen Business-Apps, mit denen Sie Ihre Fahrer, Techniker oder Ihren Außendienst ausstatten möchten, keine „Black Boxes“ sind, die nicht mit den anderen unverzichtbaren Tools Ihrer Organisation kommunizieren können – insbesondere Ihren [Planungstools](https://www.nomadia.com/solutions/nomadia-field-service/) und [Touren- und Einsatz-Optimierungslösungen](https://www.nomadia.com/solutions/nomadia-delivery//).
 
> Sowohl mit [unseren Planungslösungen](https://www.nomadia.com/solutions/nomadia-field-service/) als auch mit unseren mobilen Business-Apps haben Ihre Mitarbeiter die Gewissheit, die Sprache, Aufgaben und Prozesse ihres jeweiligen Berufsfeldes wiederzufinden. So sparen Sie Zeit bei der Konfiguration und reduzieren Kosten für Individualisierung und Integration.
 
> Wenn Sie dennoch weiter gehen und trotz allem, was wir gerade erläutert haben, aus unseren Lösungen eine hochgradig individualisierte Umgebung aufbauen möchten, steht Ihnen nichts im Weg: Sie sind offen und mit den entsprechenden Kompetenzen vollständig konfigurierbar!

Häufig gestellte Fragen

FAQ: Alles, was Sie über die Optimierung Ihres Außendienstes wissen müssen

Wie lange dauert es, bis sich die Investition auszahlt?

In der Regel zwischen 3 und 6 Monaten, je nach Reifegrad der Organisation und dem Grad der Umsetzung, wobei zunächst schnelle Kosteneinsparungen erzielt werden, gefolgt von einem allmählichen Umsatzwachstum.

Mit welchen Instrumenten lässt sich ein Vertriebsteam optimieren?

Ein CRM, eine Routenoptimierungssoftware und Tools für das Vertriebsmanagement.

Wie können wir die Leistung der Vertriebsmitarbeiter verbessern?

Mit klaren (SMART-)Zielen, Coaching und Tools, die die Zeit ohne Verkaufsaktivitäten reduzieren.

Warum sollte man seinen Kundenstamm segmentieren?

Um Ihre Vertriebsabdeckung zu verbessern und Ihre Effizienz zu steigern

Welche KPIs sollten Vorrang haben?

Konversionsrate, Anzahl der Besuche, Kosten pro Besuch und Umsatz pro Vertriebsmitarbeiter.

Verbessert die Optimierung die Einhaltung der Vorschriften?

Ja, insbesondere dank Rückverfolgbarkeit und optimierter Planung, die in bestimmten regulierten Branchen unverzichtbar sind.

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